Risikofaktoren für Brustkrebs

Für Brustkrebs gibt es bestimmte Risikofaktoren, welche die Entwicklung bösartiger Brusttumoren begünstigen können. Die wichtigsten Risikofaktoren – von Alkohol bis Alter.

Mediziner haben einige Risikofaktoren für Brustkrebs ausgemacht, welche die Entstehung eines Mammakarzinoms begünstigen können. Unklar ist bislang, wie viel jeder einzelne Risikofaktor zur Brustkrebsentstehung beiträgt, wie sie einander beeinflussen und ob es ein Zusammenspiel mit weiteren Umweltfaktoren gibt.

Alter zählt zu den nicht beeinflussbaren Risikofaktoren

Mit dem Alter steigt das Risiko für Brustkrebs. Die meisten Frauen erkranken um das 65. Lebensjahr herum. Allerdings kann Brustkrebs auch jüngere Frauen treffen – etwa jede zehnte Frau ist bei der Diagnose Brustkrebs jünger als 40 Jahre. Beispiele sind die Sängerin Kylie Minogue, die mit 36 Jahren an Brustkrebs erkrankte oder die Moderatorin Sylvie van der Vaart – sie traf der Brustkrebs mit 31 Jahren.

Risikofaktoren: Übergewicht und Fettleibigkeit

Frauen, die übergewichtig sind, bekommen häufiger Brustkrebs als Frauen mit Normalgewicht. Ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 25 gilt ein Mensch als übergewichtig, bei einem BMI von 30 und höher als fettleibig (Adipositas). Vor allem nach den Wechseljahren scheint sich Übergewicht negativ auf das Brustkrebsrisiko auszuwirken. Und ausgerechnet in diesen Jahren schleppen viele Frauen zu viele Kilos mit sich herum. Im Jahr 2013 waren 43 Prozent der erwachsenen Frauen übergewichtig.

Ernährung

Wer viel tierische Fette isst, scheint ein höheres Brustkrebsrisiko zu haben. Tierische Fette stecken vor allem in Butter, Käse, Sahne, Schmalz sowie Fleisch- und Wurstwaren. Allerdings kommt es auf das Fett an – gesättigte Fettsäuren gelten als ungesund. Manche Fischsorten enthalten gesunde ungesättigte Fettsäuren, die Herz und Kreislauf schützen sollen. Es kommt also auf die Art des Fetts an. Unklar ist, welche Rolle die Ernährung insgesamt für das Brustkrebsrisiko spielt. Forscher wissen noch nicht, ob der Konsum von Obst und Gemüse das Risiko für Brustkrebs senkt und welche Auswirkungen pflanzliche Hormone (Phytoöstrogene) in Lebensmitteln haben, zum Beispiel in Sojaprodukten.

Alkohol zählt zu wichtigen Risikofaktoren

Alkohol in Maßen gilt nicht als ungesund. Wer allerdings zu oft zu tief ins Glas guckt, erhöht sein Brustkrebsrisiko. Je mehr eine Frau trinkt, desto stärker steigt das Brustkrebsrisiko. Dieser Zusammenhang zwischen dem Alkoholkonsum und dem Brustkrebsrisiko gilt als gesichert.

Rauchen

Zigaretten und Co scheinen vor allem bei jungen Frauen das Brustkrebsrisiko zu erhöhen. Teenager greifen also besser nicht zu Zigarette und Co. Bei älteren Frauen ist der Zusammenhang dagegen nicht mehr eindeutig. Aber: Rauchen erhöht in jedem Alter das Risiko für Lungenkrebs!

Hormone

Geschlechtshormone wie Östrogen und Gestagen können das Risiko für Brustkrebs beeinflussen. Die jahrelange Einnahme der Pille als Verhütungsmethode kann das Brustkrebsrisiko leicht klettern lassen.

Hormonersatztherapie (HRT, HET)

Eine kontinuierliche Hormonersatztherapie über viele Jahre in den Wechseljahren erhöht das Brustkrebsrisiko. Dies ergab die Womens-Health-Initiative-Study vor einigen Jahren (WHI-Studie). Werden die Hormone abgesetzt, sinkt das Risiko aber innerhalb weniger Jahre wieder auf das durchschnittliche Niveau. Frauen sollten also das Für und Wider einer Hormonersatztherapie gut abwägen. Ein spätes Einsetzen der Wechseljahre gilt ebenfalls als Risikofaktor für Brustkrebs.

Kinderlosigkeit als Brustkrebs-Risikofaktor

Frauen, die kein Kind geboren haben, besitzen ein höheres Risiko für Brustkrebs. Das gleiche gilt für Frauen, die ihr Kind erst in spätem Alter geboren haben und bei der Geburt des ersten Kindes über 30 Jahre alt waren. Jede Schwangerschaft und Geburt scheinen sich schützend auszuwirken. Das Stillen bietet offenbar einen gewissen Brustkrebsschutz. Je länger eine Frau stillt, desto größer ist dieser Effekt.

Gene als Risikofaktoren: BRCA1 und BRCA2

In fünf bis zehn Prozent der Brustkrebsfälle spielen die Gene eine Rolle bei der Brustkrebsentstehung. Am besten untersucht sind die BRCA-1 und BRCA-2, die sogenannten BReast CAncer Risk Genes. Frauen mit Veränderungen (Mutationen) in einem der beiden Gene haben ein deutlich erhöhtes Brustkrebs- und Eierstockkrebsrisiko. Mediziner sprechen vom familiären oder erblich bedingten Brustkrebs. Prominentes Beispiel für eine Frau mit BRCA-1-Mutation ist die Schauspielerin und Regisseurin Angelina Jolie. Allerdings könnte es noch viel mehr Gene geben, die das Brustkrebsrisiko erheblich beeinflussen – Forscher suchen derzeit danach.

Quellen:

Ingrid Müller

Ingrid Müller hat Biologie und Chemie studiert, ist gelernte Journalistin, Buchautorin und schreibt für verschiedene Medien, unter anderem Focus Gesundheit, das Brustkrebs-Magazin MammaMia!, Springer und Funke. Sie ist Redaktionsleiterin der Gesundheitsplattform Prostata Hilfe Deutschland für Männer mit Prostatakrebs. Zudem entwickelt sie digitale Gesundheitsprojekten mit. Zwölf Jahre war sie Chefredakteurin des Gesundheitsportals netdoktor.de

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