Kann Brustkrebs durch den BH entstehen?

Brustkrebs entsteht durch das Tragen eines BHs – dieses Gerücht hält sich hartnäckig seit Jahren.  Was ist dran an dem Mythos?

Viele Frauen tragen BHs, die ihnen zu klein sind. Das ist Fakt. Die Folgen sind Hautrötungen und schmerzende Druckstellen. Schlimmstenfalls. Aber kann der Druck der BH-Bügel auch Brustkrebs auslösen? Nein, sagt Prof. Jens Blohmer von der Klinik für Gynäkologie und des Brustzentrums an der Charité – Universitätsmedizin Berlin, der mit diesem Mythos endgültig aufräumt. Das Tragen von BHs und der Druck auf die Brust seien keine Risikofaktoren für Brustkrebs.

Brustkrebs durch BH: „Kein ursächlicher Zusammenhang“

Zwar trägt in der westlichen Welt nahezu jede Frau über Jahrzehnte hinweg täglich einen BH. In den Industrienationen ist Brustkrebs auch weiter verbreitet. „Das hängt aber nicht ursächlich zusammen“, kommentiert Blohmer. Wäre dies so, dann müsste es zudem deutlich mehr Frauen geben, die an Brustkrebs erkranken. Derzeit trifft die Diagnose Brustkrebs in Deutschland jährlich rund 75.000 Frauen neu. Brustkrebs ist die mit Abstand häufigste Krebsart bei Frauen.

Brustkrebs durch Deo?

Auch Deos mit Aluminium, ein Mangel an Sonne und Vitamin D, Infektionen, Brustimplantate bei Brustvergrößerungen oder nach einer Brustkrebsoperation sowie Schwangerschaftsabbrüche werden immer wieder als Risikofaktoren für Brustkrebs diskutiert. Bewiesen ist ein Zusammenhang mit bösartigen Brusttumoren aber (noch) nicht.

Es gibt allerdings einige Risikofaktoren, die im Zusammenhang mit Brustkrebs stehen. Manche davon können Frauen selbst beeinflussen, etwa das Übergewicht oder den Alkoholkonsum. Andere dagegen sind nicht beeinflussbar, zum Beispiel das Alter oder die Gene.

Brustkrebs – so viele sind betroffen

Mit rund 75.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Dahinter folgen Lungenkrebs und Darmkrebs. Im Vergleich zu anderen Krebsarten tritt Brustkrebs wesentlich früher auf als die meisten anderen Krebsarten. Etwa 30 Prozent der sind bei der Diagnose Brustkrebs jünger als 55 Jahre – ein Alter, in dem die meisten anderen Krebsarten zahlenmäßig noch kaum eine Rolle spielen. Brustkrebs ist heute gut heilbar, sofern er frühzeitig entdeckt wird. Trotzdem sterben allein in Deutschland immer noch rund 18.000 Frauen an Brustkrebs.

Quellen:

Ingrid Müller

Ingrid Müller hat Biologie und Chemie studiert, ist gelernte Journalistin, Buchautorin und schreibt für verschiedene Medien, unter anderem Focus Gesundheit, das Brustkrebs-Magazin MammaMia!, Springer und Funke. Sie ist Redaktionsleiterin der Gesundheitsplattform Prostata Hilfe Deutschland für Männer mit Prostatakrebs. Zudem entwickelt sie digitale Gesundheitsprojekten mit. Zwölf Jahre war sie Chefredakteurin des Gesundheitsportals netdoktor.de

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