Brustkrebs – länger leben dank fettarmer Ernährung

Eine fettarme Ernährung ist gut für ein gesundes Gewicht. Aber Frauen mit Brustkrebs profitieren noch mehr, wenn sie weniger Fett essen.

Eine gesunde Ernährung ist auch für Frauen mit Brustkrebs wichtig. Denn: Übergewicht zählt zu den Risikofaktoren von Brustkrebs. Wer sich ausgewogen mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sowie gesunden Fettsäuren, Fisch und wenig Wurst und Fleisch ernährt, profitiert gesundheitlich. Frauen mit Brustkrebs haben jenseits des gesünderen Gewichts noch einen weiteren Vorteil: Die fettarme Diät schützt Frauen langfristig vor den tödlichen Folgen von Brustkrebs. Der Knackpunkt: Die fettarme Diät muss mindestens acht Jahr lang durchgeführt werden. Dies fanden Forscher vom Los Angeles Biomedical Research Institute at Harbor-UCLA Medical Center heraus.

Weniger Fett – mehr Obst, Gemüse und Vollkorn

Die Forscher um Rowan Chlebowski analysierten Daten aus der Women’s Health Initiative Study (WHI). Teilnehmer waren 48,835 Frauen nach den Wechseljahren. Sie waren zwischen 50 und 79 Jahre alt, hatten zuvor keine Brustkrebs-Diagnose erhalten, zeigten keine Auffälligkeiten in der Mammografie und konsumierten normale Mengen an Fett. 19,541 Frauen bekamen Schulungen durch Ernährungswissenschaftler und sollten die Menge des aufgenommenen Fetts auf 20 Prozent der aufgenommenen Gesamtenergie reduzieren. Gleichzeitig sollten sie den Konsum von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten steigern. Die anderen 29,294 Frauen ernährten sich weiter wie gewohnt mit mehr Fett im Essen.

Im Beobachtungszeitraum erhielten 1767 Frauen die Diagnose Brustkrebs. Die Merkmale des Brusttumors waren in beiden Gruppen sehr ähnlich. Dies betraf die Tumorgröße, den Lymphknotenstatus, die Anzahl an triple-negativen und HER2-positiven Brusttumoren sowie die Metastasierung des Brustkrebses. Allerdings war der Brustkrebs bei Frauen in der „low-fat-Gruppe“ weniger hormonempfindlich – er wuchs seltener unter dem Einfluss von Progesteron.

Fettarme Ernährung senkt Sterberisiko durch Brustkrebs

Die Forscher fanden heraus, dass das Sterberisiko niedriger und das Gesamtüberleben in jener Gruppe höher war, die sich fettarm ernährt hatte: 82 Prozent im Vergleich zu 78 Prozent bei den Frauen, die sich fettreicher ernährt hatten. Allerdings galt dies nur für Frauen, welche die fettarme Diät ungefähr acht Jahre einhielten. Wer es also geschafft hatte, seine Ernährung dauerhaft umzustellen, hatte eine höhere Überlebenschance nach der Diagnose Brustkrebs.

Dass es einen Zusammenhang zwischen der Fettaufnahme durch die Ernährung und den Überlebenschancen nach Brustkrebs gibt, hatten Forscher schon vor vielen Jahren vermutet. Dies sei aber die erste Studie, welche in einer Langzeitbeobachtung die Sterberate nach Brustkrebs durch eine Ernährungsumstellung untersucht hatte, sagen die Forscher. „Wir konnten nachweisen, dass eine dauerhaft niedrige Fettzufuhr die Überlebenschancen nach einer Brustkrebsdiagnose steigen lässt“, sagt Chlebowski. Die Ergebnisse legten aber nahe, dass die Frauen bei ihrer fettarmen Ernährung bleiben müssen, um von der Ernährungsumstellung auch tatsächlich langfristig zu profitieren.

Quelle: Die Ergebnisse wurden auf der Jahrestagung der American Association for Cancer Research (AACR) vorgestellt.

Ingrid Müller

Ingrid Müller hat Biologie und Chemie studiert, ist gelernte Journalistin, Buchautorin und schreibt für verschiedene Medien, unter anderem Focus Gesundheit, das Brustkrebs-Magazin MammaMia!, Springer und Funke. Sie ist Redaktionsleiterin der Gesundheitsplattform Prostata Hilfe Deutschland für Männer mit Prostatakrebs. Zudem entwickelt sie digitale Gesundheitsprojekten mit. Zwölf Jahre war sie Chefredakteurin des Gesundheitsportals netdoktor.de

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