Alkohol verursacht sieben Krebsarten

Alkohol ist beliebt – und legal. Doch ein Zuviel an Alkohol soll die Ursache von gleich sieben Krebsarten sein, darunter Brustkrebs und Darmkrebs.

Alkohol gehört für viele Menschen zu einem entspannten Feierabend im Biergarten, Restaurant oder in der Bar ums Eck. Alkohol gibt es an jeder Tankstelle und Straßenecke, er beschwingt, macht gute Laune, aber offenbar auch krank. Bekannt ist, dass Alkohol die Leber schädigt und zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt. Doch jetzt ergab eine aktuelle Studie, dass ein hoher Alkoholgenuss gleich für sieben Krebsarten verantwortlich sein soll. Zu diesem Schluss kamen Forscher der Otago University in Neuseeland.

Sieben Krebsarten dank Alkohol

Die Forscher um Jenni Connor werten Studien verschiedener Krebsorganisationen aus den letzten zehn Jahren aus. Die Daten wurden auf einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Alkoholika und der Entwicklung von Krebs analysiert. Eine deutliche Verbindung fanden die Forscher für diese sieben Tumorarten: Krebs des Mund und Rachenraums, Kehlkopfkrebs, Speiseröhrenkrebs, Leberkrebs, Dickdarmkrebs, Mastdarmkrebs und Brustkrebs.

Der Zusammenhang sei kausal, schreiben die Forscher. Das Hochprozentige ist also die direkte Ursache des Krebses. Ein Beweis dafür sei auch die Tatsache, dass das Krebsrisiko wieder sank, wenn die Menschen weniger tranken. „Der größte Alkoholkonsum bedeutete auch das höchste Risiko“, schreibt Connor. Es existiere eine direkte Dosis-Wirkungs-Beziehung.

Aber auch Menschen mit geringem oder mäßigem Konsum an alkoholischen Getränken seien gefährdet. Und zusätzliches Rauchen treibe das Risiko weiter in die Höhe. Bier, Wein und Co seien für etwa eine halbe Million Krebstote im Jahr 2012 verantwortlich – das entspricht weltweit 5,8 Prozent aller Sterbefälle durch bösartige Tumoren.

Krebsgefahr – so viel pichelt Deutschland

Viele Deutsche gucken zu oft zu tief ins Glas. In Deutschland konsumieren 9,5 Millionen Menschen Alkohol in gesundheitlich riskanter Form, so die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Das beliebteste Getränk der Schluckspechte ist nach wie vor Bier mit knapp 107 Litern, gefolgt von Wein (20,7 Liter), Spirituosen (5,4 Liter) und  Schaumwein (3,9 Liter). Im Schnitt trinkt jeder Bundesbürger jährlich etwa zehn Liter reinen Alkohol. Etwa 1,3 Millionen Menschen gelten als abhängig. Jedes Jahr sterben in Deutschland 74.000 Menschen an den direkten und indirekten Folgen ihres Alkoholmissbrauchs.

Alkohol und Krebs – wie viel ist zu viel?

Für das Krebsrisiko gilt: Es gibt eine Menge an Alkohol, die man bedenkenlos konsumieren kann. Krebsorganisationen raten zu folgenden maßvollen Mengen: Männer sollten höchstens einen halben Liter Bier oder einen Viertelliter Wein pro Tag trinken. Für Frauen liegt die Grenze bei einem Viertelliter Bier oder einem Achtelliter Wein. Das entspricht 10 bis 15 Gramm Alkohol. Aber Menschen sollten Trinkpausen zwischendurch einlegen, denn auch geringe Mengen an Alkohol jeden Tag sind nicht ungefährlich. Wer regelmäßig ein bisschen trinkt, kommt insgesamt nicht besser weg, als jemand, der gelegentlich zu viel trinkt.

Quellen:

  • Connor J. Alcohol consumption as a cause of cancer. Addiction. 21. Juli 2016, DOI: 10.1111/add.13477
  • Drogenbeauftragte der Bundesregierung, www.drogenbeauftragte.de (Abruf: 2.8.2016)
  • Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V., www.dhs.de (Abruf: 2.8.2016)

Ingrid Müller

Ingrid Müller hat Biologie und Chemie studiert, ist gelernte Journalistin, Buchautorin und schreibt für verschiedene Medien, unter anderem Focus Gesundheit, das Brustkrebs-Magazin MammaMia!, Springer und Funke. Sie ist Redaktionsleiterin der Gesundheitsplattform Prostata Hilfe Deutschland für Männer mit Prostatakrebs. Zudem entwickelt sie digitale Gesundheitsprojekten mit. Zwölf Jahre war sie Chefredakteurin des Gesundheitsportals netdoktor.de

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