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Krebstherapie – so lassen sich Nebenwirkungen behandeln

Krebstherapien mit Nebenwirkungen - so werden sie behandelt (c) prudkov/Fotolia.com

Krebsbehandlungen wie die Chemotherapie oder Bestrahlung besitzen erhebliche Nebenwirkungen – so bekommen Ärzte diese besser in den Griff.

Inhaltsverzeichnis

Übelkeit, Erbrechen, Blutarmut, niedrige Leukozytenwerte, Haarausfall oder Hautprobleme – diese sind nur einige Nebenwirkungen, mit denen Krebspatienten bei einer Chemotherapie, Bestrahlung und anderen Krebstherapien rechnen müssen. Eine neue Leitlinie zur unterstützenden Therapie bei Krebs fasst jetzt erstmals zusammen, wie Ärzte diese und andere Nebenwirkungen behandeln können. Krebspatienten sollen so ihre Lebensqualität verbessern und ihren Alltag besser meistern können.

Blutarmut (Anämie)

Die Blutarmut ist eine häufige Erscheinung bei Krebspatienten. Die Zahl der roten Blutkörperchen, die Sauerstoff in die Organe und Gewebe transportieren, geht drastisch in den Keller. Damit werden diese nicht mehr ausreichend mit den Stoffen versorgt. Erkennbar ist eine Anämie unter anderem am erniedrigten Hämoglobinwert. Eine Ursache der Blutarmut kann die Krebserkrankung selbst sein, weil Tumoren das Immunsystem aktivieren und der Körper Entzündungsbotenstoffe ausschüttet. Schon bei der Krebsdiagnose leiden zwischen 30 und 50 Prozent der Krebspatienten unter einer Anämie aufgrund ihres Tumors.

Auch eine Chemotherapie oder Bestrahlung (Radiotherapie) kann der Grund für die Blutarmut sein oder diese verstärken. Unter einer Tumortherapie treten bei rund 75 Prozent aller Patienten Anämien auf, am häufigsten bei gynäkologischen Tumoren (81 bis 88 Prozent) und Lungenkrebs (77 bis 83 Prozent).

Eine Anämie äußert sich durch vielfältige Symptome. Beispiele sind:

  • Blässe (Haut, Schleimhäute)
  • Müdigkeit, Fatigue (chronische Müdigkeit)
  • verminderte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit
  • Konzentrationsschwäche,
  • allgemeines Schwächegefühl
  • Depression
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Ohrensausen
  • Herzrasen
  • Atemnot bei Belastung
  • Niedriger Blutdruck
  • Ohnmachtsanfälle

Je nach Schweregrad der Anämie setzen Ärzte unterschiedliche Therapien ein:

  • Bluttransfusionen: Ärzte verabreichen ein Konzentrat mit roten Blutkörperchen (Erythrozyten).
  • Erythropoese-stimulierende Agenzien (ESA): Die Wirkstoffe Erythropoietin (EPO, eigentlich ein Dopingmittel) und Darbepoetin erhöhen den Hämoglobinwert. Sie sind nur zugelassen, wenn der Auslöser der Blutarmut eine Chemotherapie ist, nicht bei einer Strahlentherapie. Nebenwirkungen der Arzneien sind Bluthochdruck und die Bildung von Blutgerinnseln (Thrombosen).
  • Eisenzufuhr: Eisen verabreichen Ärzte intravenös, wenn ein Eisenmangel der Auslöser der Blutarmut ist (Eisenmangelanämie). Eisen lässt sich auch mit ESA kombinieren. Es kommt nur bei einer Anämie durch die Chemotherapie in Frage.

Komplementärmedizin bei Blutarmut

Viele Krebspatienten wünschen sich alternative Heilmethoden, um die Symptome in den Griff zu bekommen, die im Rahmen der Krebserkrankung oder der Krebstherapien auftreten. Aber: Folgende alternative Heilverfahren gegen Blutarmut empfehlen Ärzte nicht, weil ihre Wirksamkeit nicht oder nicht ausreichend bewiesen ist:

  • Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
  • Akupunktur
  • Homöopathie
  • Heilkräuter
  • Schüssler Salze
  • Rote Beete Saft
  • Brennnesselsaft
  • Schwarzkümmelöl
  • Rotwein
  • Amalgamentfernung
  • Behandlung von (angeblichen) Störfeldern an den Zähnen

Leukopenie und Neutropenie

Eine Chemotherapie bewirkt in vielen Fällen, dass die Menge der weißen Blutkörperchen sinkt. Mediziner sprechen von Leukopenie. Die Neutropenie ist die häufigste Form der Leukopenie. Hier ist die Anzahl einer speziellen Art von weißen Blutkörperchen im Blut zu niedrig, die der neutrophilen Granulozyten. Patienten haben eine geschwächte Immunabwehr und Infektionen mit Viren, Bakterien und anderen Mikroorganismen können lebensbedrohlich werden. Bei manchen Krebspatienten müssen Ärzte aufgrund der geschwächten Abwehrkräfte die Dosis der Chemotherapie reduzieren oder können sie nicht in den vorgesehenen zeitlichen Abständen verabreichen.

Vor Beginn einer Chemotherapie schätzen Ärzte immer das individuelle Risiko eines Krebspatienten ab, eine Neutropenie zu entwickeln. Es hängt unter anderem von der „Giftigkeit“ der Zytostatika, dem Alter, Allgemeinzustand, bestehenden Begleiterkrankungen und dem Fortschritt der Krebserkrankung ab.

Eingesetzt gegen die Neutropenie werden Medikamente, welche die Bildung der Granulozyten im Knochenmark anregen, sogenannte Granulozyten-Kolonie-stimulierenden Faktoren (G-CSF).  Unterschiedlichste Gewebearten produzieren diese Peptidhormone normalerweise. Die Wachstumsfaktoren verabreichen Ärzte frühestens 24 und nicht später als 72 Stunden nach Abschluss der Chemotherapie.

Übelkeit und Erbrechen

Übelkeit und Erbrechen sind häufige Nebenwirkungen der Chemotherapie. Trotz wirksamer Medikamente tritt bei etwa 20 bis 30 Prozent der Patienten Erbrechen während der Chemotherapie auf. Noch mehr Krebspatienten, nämlich 40 bis 50 Prozent, verspüren Übelkeit. Beide Nebenwirkungen der Chemotherapie und Bestrahlung belasten Krebspatienten stark und schränken die Lebensqualität ein. Die Stärke und Intensität der Übelkeit und des Erbrechens hängen von verschiedenen Faktoren ab:

  • Art der Zytostatika: Einige Medikamente rufen stärkere Übelkeit hervor als andere. Beispiele sind die Kombination aus Anthrazyklin und Cyclophosphamid sowie Cisplatin oder Dacarbazin. Als moderat gelten Doxirubicin und Epirubicin, was die Übelkeit angeht.
  • Dosis der Chemotherapie: Übelkeit und Erbrechen nehmen mit steigender Dosierung zu
  • geringe Zeitabstände zwischen den Chemotherapien
  • Kombination mit anderen Medikamenten
  • Individuelle Risikofaktoren: Frauen und jüngere Patienten sind stärker von Übelkeit und Erbrechen betroffen. Das gilt auch, wenn Krebspatienten schon vorher unter Reiseübelkeit litten, schon eine Chemotherapie durchlaufen haben, ängstlich sind und negative Erwartungen haben. Niedriger ist das Risiko für Übelkeit und Erbrechen bei chronisch starkem Alkoholkonsum.

Gegen die Übelkeit und das Erbrechen setzen Ärzte spezielle Medikamente ein, die Antiemetika. Beispiele für Wirkstoffe sind Metoclopramid, Aprepitant, Ondansetron und Dexamethason. Sie setzen direkt im Brechzentrum im Gehirn an und bekämpfen das Erbrechen effektiv. Bei 70 bis 80 Prozent der Patienten lässt es sich verhindern. Die Übelkeit selbst bleibt allerdings weiterhin eine Herausforderung für Ärzte. Neuroleptika, Benzodiazepine und sogenannte H1-Blocker (z.B. Dimenhydrinat)  setzen Onkologen ein, wenn sich beide Symptome nicht mit Antiemetika ausreichend lindern lassen.

Komplementärmedizin bei Übelkeit und Erbrechen

Eine Verhaltenstherapie, progressive Muskelentspannung, Hypnose, Akupunktur, Akupressur und Ingwer können gegen die Übelkeit und das Erbrechen helfen.

Durchfall

Durchfall tritt häufig im Rahmen einer Krebstherapie auf und belastet die Patienten extrem. Der Durchfall kann auch gefährlich werden, denn der Körper verliert viel Wasser und Mineralien. Der Wasser- und Elektrolythaushalt gerät aus dem Gleichgewicht und muss schnell ausgeglichen werden.

Klassische Chemotherapeutika, aber auch zielgerichtete  Substanzen  wie Antikörper  und  Tyrosinkinase-Inhibitoren können schwere Durchfälle verursachen. Das Auftreten, die Häufigkeit und Schwere des Durchfalls hängt vom Schema der Chemotherapie, Begleiterkrankungen und individuellen Risikofaktoren ab. Dazu zählen zum Beispiel:

  • hohes Lebensalter
  • schlechter Allgemeinzustand
  • gleichzeitige Bestrahlung von Bauch und Becken
  • Funktionsstörungen des Darms, z.B. Reizdarm, Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz), Glutenunverträglichkeit (Zöliakie), chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED), Mangelernährung, Gewichtsverlust, Darmoperationen, künstlicher Darmausgang (Stoma)

Die Standardtherapie bei Durchfall ist der Einsatz von Loperamid. Der Wirkstoff verlangsamt unter anderem die Darmtätigkeit und bekämpft so den Durchfall. Der Elektrolyhaushalt lässt sich mit einer isotoner Elektrolytlösung ausgleichen, die Ärzte intravenös verabreichen. Synbiotika helfen ebenfalls gegen Durchfall. Die Medikamente kombinieren ein Probiotikum (enthält lebensfähige Mikroorganismen)  mit einem Präbiotikum  (z.B. Guarkernmehl, das als Nahrungsgrundlage  für  Darmbakterien dient,  häufig unverdauliche Kohlenhydrate).

Schädigung der Schleimhäute

Eine Krebstherapie setzt oft den Schleimhäuten im Mund und Rachen zu. Es entstehen Entzündungen, Schäden an den Gefäßen und schmerzhafte Geschwüre. In der Folge haben Patienten Probleme mit dem Essen und Trinken und ein erhöhtes Risiko für Infektionen. Die Lebensqualität wird deutlich geschmälert. Die Art und Dosis der Chemotherapie bestimmen, ob und in welchem Ausmaß die Schleimhäute geschädigt werden. So greift zum Beispiel die Kombination aus Anthrazyklinen, Docetaxel und 5-Fluorouracil (5-FU) die Schleimhäute stark an. Auch individuelle Risikofaktoren spielen eine Rolle, etwa eine schlechte Mundgesundheit und Mundhygiene, reduzierter Speichelfluss, genetische Faktoren, eingeschränkte Nieren- und Leberfunktion sowie eine frühere Krebstherapie (z.B. Kopf-Hals-Tumoren).

Krebspatienten können den Schleimhautentzündungen so vorbeugen:

  • Mundspülungen, um den Mund regelmäßig zu befeuchten; geeignet sind Wasser oder eine verdünnte Kochsalzlösung (0,9 Prozent)
  • Zähneputzen mit weicher Zahnbürste
  • Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten
  • Verzicht auf Alkohol, zuckerhaltige Lösungen, Tabak, scharfe und heiße Speisen, säurehaltige Lebensmittel
  • Lutschen von Eiswürfeln für 30 Minuten während der Chemotherapie, um die Schleimhaut zu kühlen  (orale Kryotherapie); der Nutzen ist nachgewiesen für die Chemotherapie mit 5-Fluorouracil (5-FU).

Gegen die Schmerzen im Mund und Rachen helfen Opioide. Nicht ausreichend nachgewiesen ist die Wirksamkeit von Lasertherapien, Capsaicin, Glutamin, Honig, Kamille, Kamillosan, Vitaminen (Vitamin A, Vitamin E), Kaugummi, chinesischen Kräuter oder Kefir gegen Schleimhautentzündungen.

Hautveränderungen

Eine Chemotherapie greift oft die Haut an und schädigt sie. Krebspatienten empfinden diese Hautveränderungen meist als unschön und fühlen sich entstellt. Manche trauen sich aufgrund ihres Erscheinungsbildes nicht mehr aus dem Haus. Folgende Hautveränderungen können während einer Krebstherapie auftreten:

  • Akneähnlicher Hautausschlag mit Papeln, Pusteln, Spannungsgefühl und Juckreiz, vor allem im Gesicht, an der Kopfhaut und im oberen Brust- und Rückenbereich; Antikörper wie Cetuximab oder Panitumum gelten als „die“ hautreizenden Krebsmedikamente.
  • Haarausfall (Alopezie)
  • schmerzhafte Rötungen (Erytheme) und Schwellungen an Handflächen und Fußsohlen (Hand-Fuß-Syndrom)
  • Nagelveränderungen
  • verminderte Talgproduktion der Haut; die Haut wird trocken und spröde, die Haare glanzlos; viele verspüren quälenden Juckreiz

Hautausschlag

Krebspatienten können selbst etwas tun, um den unschönen Hauterscheinungen vorzubeugen:

  • Meiden Sie mechanische und chemische Reize, welche die Haut schädigen. Dazu zählen zum Beispiel Hitze, Feuchtigkeit, die Nassrasur oder enges Schuhwerk
  • UV-Schutz: Gehen Sie nicht in die pralle Sonne oder ins Solarium; tragen Sie Kleidung, wenn Sie in die Sonne gehen
  • Verwenden Sie pH 5-neutrale Bade- und Duschöle
  • Pflegen sie Ihre Haut mit harnstoffhaltigen Cremes (5-10 %), tragen Sie diese mindestens zweimal täglich auf

Je nach Schweregrad des Hautproblems werden Antibiotika, antibiotikahaltige Cremes, Steroide für die Haut oder Glukokortikoide eingesetzt.

Nagelveränderungen

Nagelveränderungen kommen oft bei Krebsbehandlungen vor. Schmerzen verursachen sie meist nicht. Ausgeprägte Nagelveränderungen, bei denen eine Infektion hinzukommt, schränken aber die Alltagsaktivitäten erheblich ein und können mit starken Schmerzen verbunden sein. Die Nägel können durch die Krebsmedikamente ihre Farbe verändern, der Nagel kann sich vom Nagelbett ablösen und es können Furchen und Rillen entstehen, welche die Nägel brüchig machen – sie splittern leicht. Cyclophosphamid lässt zum Beispiel die Nägel schwarz werden, Taxane dagegen verfärben sie orange. Viele Nagelveränderungen bilden sich nach dem Ende der Krebsbehandlung wieder zurück.

Folgende Tipps schützen vor Nagelveränderungen:

  • Setzen Sie Ihre Nägel und Nagelplatten möglichst wenig mechanischen Belastungen aus (z.B. Reibung, Druck); betreiben Sie keine übermäßige Maniküre, lassen Sie die Finger von künstlichen Nägeln, vermeiden Sie Nägelkauen, Entfernen der Nagelhaut und drückendes Schuhwerk
  • Verzichten Sie auf einen längerem Kontakt mit Wasser; tragen Sie zum Beispiel beim Geschirrspülen Baumwollhandschuhe und darüber Schutzhandschuhe auf Vinylbasis
  • Wenden Sie keine Nagellackentferner und Reinigungsmittel an, die Aceton enthalten.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Nagelpflege: schneiden Sie Ihre Nägel gerade und nicht zu kurz
  • Cremen Sie die Nagelhaut und das Gewebe um den Nagel herum täglich mit einer harnstoffhaltigen Creme ein.
  • Tragen Sie am besten Baumwollsocken und gut sitzende Schuhe, die nicht drücken.

Bei der Therapie mit Docetaxel kühlen Ärzte die Nägel (Kühlpads auf Hände und Füße). Dunkler Nagellack soll einer Nagelablösung, die durch die Einwirkung von UV-Licht ausgelöst wird, vorbeugen.  Dieser Zusammenhang ist jedoch nicht sicher nachgewiesen.

Haarausfall

Der Haarausfall entsteht bei fast allen Chemotherapien. Vor allem Frauen belastet der Haarausfall psychisch extrem. Denn Haare gelten immer noch als Inbegriff von Schönheit und Gesundheit. Der drohende Haarausfall ist oft ein Grund, warum Krebspatienten eine Chemotherapie ablehnen. Die Zytostatika greifen alle Zellen an, die sich schnell teilen. Dazu zählen Krebszellen, aber die Zellen des Immunsystems und der Haare. Eine Rolle spielt die Art des eingesetzten Chemotherapeutikums.

Kombinationen von Zytostatika führen häufiger zu Haarausfall als der Einsatz eines einzigen Mittels. Cyclophosphamid, Daunorubicin, Doxorubicin und Epirubicin sorgen häufig für Haarausfall, Carboplatin, Capecitabin und Cisplatin dagegen seltener. Auch andere Krebsmedikamente wie Tyrosinkinase-Inhibitoren, Interferon-alpha oder die Antihormontherapie (z.B. Tamoxifen) können die Haare ausfallen lassen.

Der Haarverlust betrifft alle Haare, die sich in der Wachstumsphase befinden und setzt meist zwei Wochen nach Beginn der Chemotherapie ein. Manchmal fallen später auch die Schamhaare, Wimpern und Augenbrauen aus. Die gute Nachricht ist, dass die Haare meist wenige Wochen nach dem Ende der Chemotherapie wieder sprießen. Allerdings können sich die Haarfarbe und Struktur des Haares ändern. Es kann heller oder dunkler und lockig statt glatt („Adriamycin-Dauerwelle“) nachwachsen.

Seit Jahren suchen Forscher nach Mitteln, um den Haarausfall zu verhindern – Medikamente brachten nicht den gewünschten Erfolg. Allein die Kühlung der Kopfhaut mit Hilfe von speziellen Kühlhauben oder Kühlkappen während der Chemotherapie scheint einen gewissen Effekt zu haben. Die Kälte sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen und sich der Blutfluss zum Haarfollikel verringert. Außerdem macht die Kühlung den Haarfollikel wenig anfällig für Schäden durch die Chemotherapie. In Studien wirkte die Kälte bei jüngeren Frauen besser als bei älteren. Die häufigste Nebenwirkung waren Kopfschmerzen. Allerdings ließ sich nur der schwere Haarausfall mindern, nicht aber der leichte Haarverlust – und diesen empfinden die meisten Krebspatienten als ebenso belastend.

Auch die Einnahme von Echten Hirsen verminderte den sehr schweren Haarausfall. Die Effekte sind aber mit Vorsicht zu betrachten, weil nur wenige Patienten in der Studie eingeschlossen waren.

Keinen Effekt auf den Haarausfall hatten die Kopfhautkompression, Topitriol-Creme (Vitamin D3) und der Wirkstoff Minoxidil. Es gab aber Hinweise, dass Minoxidil die Haare schneller wieder nachwachsen lässt. Krebspatienten müssen sich also mit der Kahlheit, Perücken, Tücher oder Mützen anfreunden – aber nur für eine begrenzte Zeit!

Quelle:

  • S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei Krebspatienten“, November 2016

Ingrid Müller

Ingrid Müller ist freie Medizinjournalistin und schreibt für verschiedene Medien, unter anderem Focus Gesundheit, Springer und Funke. Sie ist Buchautorin, arbeitet an digitalen Gesundheitsprojekten sowie der Gründung der Prostata Hilfe Deutschland e.V. für Männer mit Prostatakrebs mit.

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