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Krebs – die größte Angst der Deutschen

Deutsche Bundesbürger: Die Angst vor Krebs ist am größten

Krebs hat nichts von seinem Schrecken verloren – trotz besserer Therapien und Heilungschancen. Die Mehrzahl der Deutschen fürchtet eine Krankheit am meisten: Krebs.

Die Diagnose Krebs schneidet ein Leben entzwei. In ein Leben vorher und eines danach. Welche Therapien kommen auf mich zu? Wie stehen die Überlebenschancen? Was wird aus Familie, Kindern, Freunden, Beruf? Wie viel Zeit bleibt? Trotz Früherkennung, besserer Therapien und längeren Überlebenszeiten – Krebs hat nichts von seinem Schrecken verloren. Sieben von zehn Menschen in Deutschland fürchten sich am meisten vor der Krankheit Krebs. Dies ergab eine repräsentative Studie der DAK-Gesundheit. Besonders groß sei die Krebsangst bei Erwachsenen zwischen 30 und 44 Jahren und bei Frauen.

Krebs – 70 Prozent haben Angst

Das Forsa-Institut untersucht seit 2010 im Auftrag der Krankenkasse DAK, welche Krankheiten die Deutschen am meisten in Schrecken versetzt. Diesmal wurden bundesweit mehr als 1.000 Frauen und Männer befragt. Fast 70 Prozent der Bundesbürger gaben an, sich am meisten vor einer Krebserkrankung zu fürchten. Im Vergleich zum Vorjahr war dies ein leichter Anstieg. Am meisten Angst vor Krebs haben Menschen zwischen 30 und 44 Jahren (77 Prozent). Auch die Frauen fürchten sich extrem vor bösartigen Tumoren: 72 Prozent leiden unter Krebsangst. Brustkrebs dürfte beim weiblichen Geschlecht ganz oben auf der Angstskala stehen. Denn jede achte Frau in Deutschland muss im Lauf ihres Lebens damit rechnen, an einem Mammakarzinom zu erkranken.

Krankheiten – die Liste der Angstmacher

Nicht nur das Wort Krebs lässt die Deutschen zittern. Jeder Zweite (ca. 50 Prozent) fürchtet sich vor Alzheimer oder Demenz. Allein in Deutschland leben derzeit rund 1,4 Millionen Menschen mit Alzheimer, der häufigsten Form der Demenz. Die häufigsten Gründe für die Furcht sind, dass Alzheimer im Prinzip jeden treffen kann, man auf fremde Hilfe angewiesen ist und eine Demenz bislang unheilbar ist. Erst vor wenigen Tagen erwies sich ein Medikament, das als Hoffnungsträger im Kampf gegen Alzheimer galt, als Flop und vollkommen wirkungslos. Bei Menschen mit Alzheimer gehen die Nervenzellen schleichend, aber unaufhaltsam unter. Nach und nach verlieren sie ihr Gedächtnis, Denkvermögen, ihre Wahrnehmung und schließlich ihre Persönlichkeit.

Fast genauso viele Menschen (47 Prozent) haben Angst, einen Schlaganfall oder einen Unfall mit schweren Verletzungen (43 Prozent) zu erleiden. Der Schlaganfall geht oft mit schweren Behinderungen und Pflegebedürftigkeit einher. Viele Schlaganfall-Patienten können ihren Alltag nicht mehr alleine bestreiten. Vor einem Herzinfarkt ist dagegen weniger Menschen bange – nur vier von zehn Befragten.

Vor diesen Krankheiten fürchten sich die Deutschen am meisten:

  • Krebs (69 Prozent)
  • Alzheimer/Demenz (50 Prozent)
  • Schlaganfall (47 Prozent)
  • Unfall mit schweren Verletzungen (43 Prozent)
  • Herzinfarkt (40 Prozent)
  • Schwere Augenerkrankung, z.B. Erblindung (34 Prozent)
  • Psychische Erkrankungen wie Depression oder Burnout (27 Prozent)
  • Schwere Lungenerkrankung wie Asthma bronchiale (24 Prozent)
  • Diabetes (18 Prozent)
  • Geschlechtskrankheit, z.B. HIV/Aids (13 Prozent)

Psychische Krankheiten – die Angst der jungen Leute

Krebs, Demenz, Schlaganfall oder Herzinfarkt gelten nach wie vor als Krankheiten des Alters. Deshalb jagen sie jungen Menschen auch weniger Angst ein. Allerdings können diese auch junge Menschen treffen – wenn auch selten.  Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 29 Jahren haben am meisten Angst vor psychischen Krankheiten: 40 Prozent befürchten, an Depressionen und anderen Seelenleiden zu erkranken, etwa einem Burnout. Tatsache ist aber, dass psychische Erkrankungen bei ältere Menschen deutlich häufiger diagnostiziert werden als bei jungen Erwachsenen. Die über 60-Jährigen haben aber am wenigsten Angst vor Seelenleiden (21 Prozent).

Krankheiten vorbeugen – Engagement wächst

Die Angst vor Krebs scheint sich auch in konkreten Taten niederzuschlagen. Männer wie Frauen tun mehr für ihre Gesundheit. 56 Prozent gehen zur Krebsvorsorge (Frauen häufiger als Männer) und 46 Prozent unterziehen sich regelmäßig einem Gesundheits-Check, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufzudecken, etwa Bluthochdruck oder die koronare Herzkrankheit, KHK. 32 Prozent der Befragten machen Entspannungsübungen wie Yoga oder Autogenes Training.

Als Krankheitsschutz treiben die meisten der Befragten regelmäßig Sport (80 Prozent), achten
auf eine gesunde Ernährung (77 Prozent), trinken nur wenig Alkohol (71 Prozent) und rauchen nicht (68 Prozent). Diese eigenen Angaben stehen allerdings im Gegensatz zu vielen anderen Befragungen, nachdem die Deutschen zu viel Zeit im Sitzen verbringen, sich wenig bewegen, beim Alkohol oft über alle Maßen zuschlagen und viele übergewichtig oder sogar fettleibig (adipös) sind. Frauen geben übrigens häufiger als Männer an, gesund zu essen und wenig Alkohol zu trinken. Das deckt sich mit der Erkenntnis, dass Frauen gesundheitsbewusster und gesünder leben als Männer – und dadurch im Schnitt auch sieben Jahre länger leben.

Auch für ihren Geist tun die Deutschen etwas, um ihr Oberstübchen auf Trab zu halten: 69 Prozent aller Befragten lesen regelmäßig und suchen geistige Herausforderungen – auch hier sind Frauen wieder in der Mehrzahl.

Wie gesund fühlen sich die Deutschen?

Insgesamt schätzen 57 Prozent der Deutschen ihren aktuellen Gesundheitszustand als gut oder sogar sehr gut (31 Prozent) ein. Nur wenige (12 Prozent) sind mit ihrem derzeitigen Gesundheitszustand weniger zufrieden und beschreiben ihn als eher oder sehr schlecht (10 bzw. 2  Prozent). Im Vergleich der Bundesländer und Regionen bewerten die Menschen in Baden-Württemberg mit 92 Prozent ihren Gesundheitszustand als besonders gut. Im Norden sind es nur 85 Prozent.

Quelle: DAK-Gesundheit, https://www.dak.de, 23.11.2016

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